Zufrieden, aber…

In mittleren Lebensjahren sollte man sich im Leben eingerichtet haben. Die Deutschen zwischen 30 und 59 sind mit ihrem materiellen Lebensstandard zufrieden und ihre Abstiegsängste haben sich in den vergangenen drei Jahren verringert, hat die jüngste Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach festgestellt. Allerdings ist das Sicherheitsvertrauen in die politische Stabilität in Deutschland von 49 Prozent im Jahr 2015 auf jetzt nur noch 27 Prozent deutlich erschüttert. Deshalb ist auch nur jeder dritte Befragte überzeugt, in einer glücklichen Zeit zu leben. 42 Prozent halten die heutigen Zeiten sogar für ausgesprochen schwierig.

Als gesellschaftliches Defizit sehen Menschen in der Lebensmitte den deutlichen Verlust an Stabilität und dass sie weniger in die Zukunft voraus planen können. Vor allem sei es viel schwieriger geworden, zu sparen und Wohneigentum zu erwerben. Finanzielle Unabhängigkeit ist fast allen nach Gesundheit und glücklicher Partnerschaft am wichtigsten. Allerdings wollen sich die meisten nicht mehr so stark einschränken, um zu sparen. Zwei Drittel der Menschen dieser Altersgruppe wissen, dass sie weniger sparsam leben als ihre Eltern.

Darin liegt ein Problem: Einerseits besteht der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit und Sicherheit. 56 Prozent der Generation Mitte fürchten, dass ihre eigene Rente unsicher ist oder sie ihren Lebensstandard im Alter nicht mehr halten können. Andererseits folgen aus solchen Einsichten keine Taten. Die Lösung kann nur bewusste Eigenvorsorge schon in jüngeren Jahren sein. Dann erlaubt ein regelmäßiges berufliches Einkommen die private Altersvorsorge. Auch das Risiko, nicht bis zur Altersgrenze berufs- oder erwerbsfähig zu bleiben, lässt sich absichern. Je früher, desto preisgünstiger.