Wie geht richtiges „Nichtstun“?

Vor einigen Tagen war internationaler Tag des Nichtstuns. Wann haben Sie das letzte Mal wirklich nichts getan? Im letzten Lockdown? Am Wochenende? Nach dem gestrigen Feierabend?

Vielleicht denken Sie sich jetzt auch: „Faulenzen tue ich eigentlich nie.“ Das ist tatsächlich ein weit verbreitetes Missverständnis. Anders als viele annehmen, hat Nichtstun nämlich überhaupt nichts mit „faulenzen“ gemeinsam. Nichtstun kann tatsächlich gut für unser Gehirn sein. Denn beim Nichtstun geht es darum, alle Gedanken und Sorgen auf Leerlauf zu setzen. Kurz: Das Gehirn abzuschalten, um so geistig und körperlich wieder aufzutanken.

Wie funktioniert richtiges Nichtstun?

Vielen Menschen fällt Nichtstun allerdings schwer. Zur Ruhe zu kommen ist in unserer vernetzten und schnelllebigen Welt fast undenkbar. So ist man immer unterwegs, immer auf Zack, immer erreichbar geworden. Für einige von uns war der erste Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Anfang des Jahres das erste Mal, sich bewusst mit der Ruhe und auch mit sich selbst zu beschäftigen. Das war für viele nicht immer einfach.

Da nun der nächste kleine Lockdown ansteht, haben wir einige Methoden gesammelt, die verdeutlichen, wie einfach und wohltuend Nichtstun für Sie sein kann:

Tagträumen

Ein gutes Beispiel für Nichtstun ist das sogenannte Tagträumen. Unter Tagträumen versteht man das Abschweifen von Gedanken. Das kann zum Beispiel das Ausmalen des nächsten Urlaubs sein. Laut einer Studie der Cornell University aus den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) erhöhen Tagträume maßgeblich die Leistungskraft und Produktivität des Träumenden.

Der Effekt des Tagträumens kann auch noch gesteigert werden, wenn Sie aus dem Fenster schauen. Wenn sich vor dem Fenster etwas Grünes, wie zum Beispiel Blumen, Bäume oder generell Natur, befindet, umso besser: Dadurch steigert sich nachweislich Ihre Zufriedenheit und Ihr Wohlbefinden.

Digitaler Detox

Nichtstun heißt auch, sich von Ablenkungen zu lösen. Eine gute Methode dafür ist der sogenannte digitale Detox. Dieser beschreibt den bewussten Entzug des Gebrauchs von digitalen Medien und Geräten.

Schaffen Sie sich regelmäßig einen Tag in der Woche, an dem Sie solch einen Entgiftungstag machen. Schalten Sie dafür Ihr Smartphone auf stumm und legen Sie es zur Seite. Füllen Sie Ihren „Detox“-Tag mit Aktivitäten, die nicht im Internet oder auf Social Media stattfinden. Kombinieren Sie diese Methode zum Beispiel mit dem Tagträumen und machen Sie einen Spaziergang in der Natur.

Yoga und Meditation

Um eine körperliche Erholung durch Nichtstun zu erreichen, sollten Sie sich aktiv Zeit dafür nehmen, Ihren Körper zu entspannen. Eine gute Möglichkeit dafür bieten Yoga und Meditieren, welche beide auch als das „ultimative Nichtstun“ bezeichnet werden. Studien beweisen, dass Yoga und Meditieren wirksame Folgen für Körper und Geist haben. So werden durch regelmäßiges Yoga und Meditieren unter anderem depressive Verstimmungen reduziert, der Blutdruck gesenkt und Stress abgebaut.

Auf YouTube gibt es zahlreiche Yoga-Kurse, die Sie parallel zuhause mitmachen können. Gerade in Zeiten von Corona haben sich viele Yoga-Lehrer*innen auf Online-Kurse spezialisiert. Zum Meditieren empfehlen wir Ihnen die App 7Mind. Die Mitgliedsbeiträge für diese App werden sogar von einigen Krankenkassen für das erste Jahr komplett übernommen.

Nichtstun auf eigene Art und Weise

Natürlich gibt es auch einige Menschen unter uns, für die Tagträumen oder Meditieren zu passiv gestaltet ist. Das ist vollkommen in Ordnung! Vielleicht sind aktiviere Tätigkeiten eher eine Möglichkeit für Sie, Ihre Gedanken schweifen zu lassen und Stress abzubauen. Viele von uns finden zum Beispiel ihre persönliche Ruhe beim Kochen, beim Handwerken oder sogar beim Putzen.

Bei solchen Aktivitäten entstehen aber natürlich auch Risiken: Beim Kochen haben Sie sich schnell mal verbrannt, beim Handwerken kann Ihr Daumen schon mal aus Versehen im Weg sein und beim Putzen steht die Leiter vielleicht nicht immer so stabil wie Sie denken. Wie Studien belegen, ist das nicht nur ein seltenes Phänomen: 70 Prozent aller Unfälle sind nicht gesetzlich versicherte Freizeitunfälle.

Deshalb möchten wir Ihnen ans Herz legen, nach dem Lesen des Beitrags Ihre aktuelle Unfallpolice zu prüfen oder, falls Sie noch keine private Unfallversicherung besitzen, eine Police abzuschließen, die auf Ihre Bedürfnisse angepasst ist. Denn gerade in Zeiten eines neuen Mini-Lockdowns, in dem wir alle mehr Zeit zuhause verbringen werden, ist eine gute Absicherung lebenswichtig.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Entdecken Ihrer persönlichen Methode zum „Nichtstun“!

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