Warum ein Nebenjob gut für die Zukunft ist

Nebenjob. Für viele Studierende ist dieses einfach klingende Wort harte Realität und eine wichtige Lebensgrundlage. Denn oftmals reicht der geförderte Unterhalt des BAföGs nicht bis zum Ende des Monats aus oder wird gar nicht erst stattgegeben – ein großer Frust für viele junge Menschen, die das erste Mal einen eigenen Haushalt besitzen. So müssen Miete, Einkäufe und andere Lebensunterhaltungskosten jeden Monat fristgerecht auf den Tisch gelegt werden. Allein in Sachsen-Anhalt arbeiten mit rund 60 Prozent mehr als die Hälfte von Studierenden in Aushilfs-Jobs.

Im Studium viel Freizeit, im Haushalt wenig Geld… da käme ein Nebenjob sehr gelegen. Aber hat man sich erst einmal entschieden, dass man arbeiten möchte, geht die Reise erst so richtig los.

Kernfrage: Wo soll ich mich bewerben?

Nicht allzu lange ist es her, da habe ich ebenfalls mit meinem Studium angefangen und mich – wie viele in meinem Studiengang – nach einem Nebenjob umgeschaut, um mein Auslandssemester zu finanzieren. Dabei habe ich vor allem einen flexiblen Arbeitsplatz gesucht, an dem ich meine Stunden selbst einteilen konnte.
Ungern wollte ich in die Gastronomie, da dort viele meiner Freunde (überwiegend enttäuscht) untergekommen waren. Ich zog viele andere Möglichkeiten in Betracht, von Verkäufer bis Hiwi. Und dann erfuhr ich von der Möglichkeit, einen Aushilfsjob bei der ÖSA zu übernehmen.

Zunächst war ich etwas skeptisch: Wollte ich echt bei einer Versicherung arbeiten? Machte das überhaupt Spaß? Was würde ich dort lernen?

Ich bewarb mich also aus Neugier. Und als meine Zeit bei der ÖSA begann, drehten sich meine oben genannten Gedanken um 180 Grad. Denn das Arbeiten bei der ÖSA war kein grau in grau wie etwa bei Stromberg, sondern super spannend und lehrreich.
Über die Jahre, die ich dort arbeitete, erhielt einen umfassenden Einblick in die Abläufe eines Großunternehmens und konnte meine bisher erlernten Kompetenzen beweisen – was sich alles als eine sehr gute Erfahrung erwies (vom Networking ganz zu schweigen!). Denn nicht nur lernte ich früh den Umgang mit Vorgesetzten und Unternehmensprozessen (was ich für meine nächsten Praktika wunderbar nutzen konnte), sondern auch Selbstdisziplin, da ich meine Arbeit mit meinem Studium abstimmen musste.

Wenn ich mich nun mit anderen unterhalte, rate ich immer zu einem Nebenjob. Natürlich erfordert dieser ein gutes Zeitmanagement, aber genau das gehört ja zum Erwachsenwerden dazu und erlernen kann man es allemal. Außerdem hat man neben den zahlreichen Erfahrungen durch den Mindestlohnverdienst ein „sicheres“ Einkommen und Versicherungsschutz – denn wenn man sich an die Vorgaben hält, ist man bei der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung beitragsfrei dabei!

Letztendlich gibt es sogar die Möglichkeit, sich bei studienrelevanter Arbeit die Zeit im Unternehmen als Praktikum anrechnen zu lassen. Und Karrierechancen nach dem Studentenjob gibt es genug – so bin ich ja beispielsweise nun zur Praktikantin „aufgestiegen“ 😉

 

Bitte bedenkt aber: Das Studium ist der Hauptberuf! Demnach sollte der Nebenjob – insofern finanziell möglich – hinten angestellt werden.

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