Vom Blitz getroffen – Gefährliche Einschläge

Am letzten Juliwochenende hat bei einer Geburtstagsfeier auf einem Grundstück in der Altmark ein Blitz eingeschlagen und mehrere Menschen teils schwer verletzt. In Dessau-Roßlau wiederum legte ein Blitz alle Telefone, Fernsehen und Internet in einer ganzen Siedlung lahm. Landesweit gab es heftige Gewitter.

Das war nur ein Vorgeschmack. Denn mit der extremen Hitze bis knapp unter die 40-Grad-Marke steigt die Gefahr von schweren Unwettern. Im Jahr 2017 hatten in Sachsen-Anhalt knapp 20.000 Blitze eingeschlagen. Blitzhochburg mit fast jedem siebten „Treffer“ war laut Blitz-Atlas der Burgenlandkreis, gefolgt vom Saalekreis. Das Jerichower Land dagegen zählt zu den Regionen, in denen deutschlandweit die wenigsten Blitze auftraten. Eine Ursache für diese Unterschiede ist nicht bekannt.

Übrigens stimmt die Behauptung nicht, dass jemand eher vom Blitzschlag getötet würde als von einem Volltreffer im Lotto. Im Jahresdurchschnitt gibt es in Deutschland vier Blitztote, dagegen liegt die Zahl der Lotto-Millionäre immer im zweistelligen Bereich.

Menschen können sich meistens rechtzeitig in Sicherheit vorm Unwetter bringen Gebäude dagegen nicht. So wurde der bekannte Turm St. Marco in Venedig zwischen 1388 und 1766 mindestens neunmal durch Blitzschlag beschädigt oder zerstört, bevor die Ratsherren einen Blitzableiter einbauten.

Wenn es heute in einem Haus in Deutschland einschlägt, übernimmt die Wohngebäudeversicherung die Kosten für Schäden an Dach und Mauerwerk sowie für Überspannungsschäden an fest eingebauten elektrischen Installationen. Auch für notwendige Aufräumarbeiten und für die Grundstücksicherung wird gezahlt. Schäden, die in der Wohnung auftreten – das sind vornehmlich durch Kurzschluss und Überspannung zerstörte technische Geräte wie Fernsehempfänger, Computer, Kühlschrank – werden von der Hausratversicherung übernommen. In Sachsen-Anhalt sind rund 85 Prozent aller Wohngebäude gegen Blitz und Überspannung versichert.

Ein Blitzableiter ist nicht generell Pflicht in Deutschland. Nur Gebäude, die höher als 20 Meter sind, besonders exponiert frei stehen oder ein Stroh-, Reet- oder Holzdach besitzen, müssen mit einem Blitzableiter geschützt werden. Alle anderen privaten Eigenheimbesitzer sollten sich allerdings erkundigen, ob ihr Versicherer die Erstattung von Gewitter-Schäden davon abhängig macht, ob eine Blitzschutzanlage am Haus installiert war. Einen Rundum-Schutz fürs Haus erreicht man übrigens erst,  wenn zusätzlich Schutzgeräte im Stromkreis des Hauses installiert werden, die vor Überspannung schützen.

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