Mit Flip Flops hinter dem Steuer? Lieber nicht…

Die Temperaturen steigen – der Sommer ist da und mit ihm das wunderbare Gefühl von Freiheit! Wer kennt das nicht: Man kommt von der Arbeit nach Hause, Schuhe aus und umziehen. Rauf auf das Rad oder ins Auto und an den See. Und dann die Frage: Darf ich oder darf ich nicht? Ist es erlaubt, barfuß oder mit Flip Flops Auto oder Fahrrad zu fahren?

Die einen sagen, es sei erlaubt, die anderen, es sei verboten. Was ist denn nun richtig?

In Deutschland ist es nicht verboten

Es ist laut Straßenverkehrsordnung nicht verboten. Mit der Frage, ob man barfuß oder mit Flip Flops fährt, haben sich schon mehrfach Gerichte beschäftigt. Ein Verbot gibt es in der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht. Bei einer Verkehrskontrolle droht kein Bußgeld. Dies gilt allerdings nur, solange kein Unfall passiert. In der StVO heißt es in §1 Abs. 2: Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

So das Gesetz. Wie sieht es jedoch mit dem Versicherungsschutz, der KFZ- oder der Unfallversicherung aus? Bei den ÖSA Versicherungen ist der Versicherungsschutz trotzdem gegeben, Leistungen aus der KFZ-Versicherung werden erbracht. Auch der Unfallschutz ist dadurch nicht eingeschränkt.

So sehen das aber nicht alle Versicherer. Wer barfuß oder mit Flip Flops fährt und in einen Unfall verwickelt wird, könnte eine Teilschuld erhalten, da nicht die erforderliche Sorgfalt an den Tag gelegt wurde (Oberlandesgericht Bamberg, Az 2Ss OWI 577/06). Unter Umständen stünden dann Querelen mit der Vollkaskoversicherung an. In besonders heiklen Fällen steigt die KFZ-Versicherung sogar ganz aus.

Versicherer und Unfallexperten sind sich einig und raten vom Barfußfahren oder vom Fahren mit Flip Flops oder Badelatschen ab. Das gleiche gilt auch für High Heels. Wer barfuß oder mit lockeren Schuhen am Steuer sitzt, könne in Gefahrensituationen, etwa bei einer Notbremsung, von den Pedalen rutschen oder verhaken. Lieber mit verschließbaren und leichten Schuhen hinters Steuer, lautet der Rat.

Berufskraftfahrer, wie z.B.  Busfahrer,  sind übrigens immer verpflichtet, „den Fuß umschließendes Schuhwerk“ zu tragen.

Sommerzeit – Urlaubszeit. Wie sieht es mit dem Recht in unseren Nachbarländern aus?

Das schweizerische Verkehrsrecht verbietet es nicht grundsätzlich, barfuß zu fahren. Das Straßenverkehrsgesetzt schreibt in § 31 jedoch vor, dass das Fahrzeug zu jeder Zeit beherrscht werden müsse. Das heißt, so lange kein Unfall passiert. Wer in der Schweiz einem anderen ohne Schuhwerk an den Füßen auffährt, muss mit einer Strafanzeige, dem Entzug des Führerscheins und Zahlung eines relativ hohen Bußgeldes rechnen.

Auch in Österreich ist das Fahren ohne Schuhe nicht verboten. Doch auch hier gilt, wer kein geeignetes Schuhwerk an hat oder beim Barfußfahren einen Unfall verursacht, muss eventuell zahlen.

In Italien existiert nach offiziellen Angaben auf der Internetseite der Polizei kein Gesetz, welches das Tragen von Flip Flops im Straßenverkehr verbietet. In Italien wurde dieses  Verbot 1993 offiziell abgeschafft.

Frankreich hingegen hat seine Verkehrsordnung 2015 sogar verschärft. Fahren ohne oder mit losem Schuhwerk ist verboten und kostet mindestens 75 Euro!

In Spanien wird’s dann noch teurer. Wer barfuß fahrend oder mit leichtem Schuhwerk erwischt wird, muss mindestens 200 Euro blechen.

Gehen Sie deshalb lieber auf Nummer Sicher und tragen Sie leichte geschlossene Schuhe beim Autofahren! Das schont den Geldbeutel, die Nerven und Sie genießen Ihre kostbare Urlaubszeit lieber am Strand als bei der Polizei…