Mehr Pflegebedarf – steigende Kosten

Sachsen-Anhalt wird immer älter. Das ist nicht neu, wird aber wieder einmal mit Zahlen erhärtet. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt von Jahr zu Jahr. Im Dezember 2017 waren hierzulande 110.624 Menschen auf Pflege angewiesen, teilte das Statistische Landesamt jetzt mit. Das Auffällige: Die Anzahl der Pflegebedürftigen ist damit gegenüber 1999 um zwei Drittel – 66 Prozent – drastisch gestiegen. Heißt auch: Bei einer Bevölkerung von 2,2 Millionen Menschen in Sachsen-Anhalt ist jeder Zwanzigste auf Hilfe angewiesen.

Drei von vier Betroffenen werden zu Hause gepflegt, dabei mit rund 51.000 Pflegebedürftigen der Großteil von den eigenen Angehörigen und etwa 30.000 von ambulanten Pflegediensten. In stationären Pflegeheimen waren bereits Ende 2017 fast 30.000 Menschen untergebracht.

Die Statistiker erhoben ihre Daten anhand des Pflegeversicherungsgesetzes. Obwohl die Einführung der fünf Pflegestufen seit 2017 einige Verbesserungen in den Betreuungsleistungen gebracht hat, reicht die staatliche Hilfe bei weitem nicht aus, um zum Beispiel den privaten Kostenanteil im Pflegeheim zu begleichen.  Im Januar 2019 zahlten Heimbewohner im bundesdeutschen Durchschnitt 1.830 Euro, Sachsen-Anhalt – mit seinen geringer bezahlten Pflegekräften – lag mit im Schnitt 1.218 Euro noch deutlich darunter. Zu diesem Eigenanteil gehören Lebenshaltungskosten, die der Betreute auch zu Hause bestreiten müsste, sowie Kosten für die Pflegeleistungen (im Bundesschnitt 655 Euro). Letztere werden von der Pflegeversicherung als „Teilkasko“ nur teilweise voll gedeckt.

Finanzielle Eigenvorsorge ist also angesagt. Eine private Pflegezusatzversicherung wird staatlich gefördert (Pflege-Bahr).  Und eine Pflegetagegeldversicherung zahlt ab dem ersten Tag der Bedürftigkeit und entlastet auch bei Investitionen in den notwendigen barrierefreien Umbau einer Wohnung. Je früher man mit der Vorsorge beginnt, desto günstiger ist der Beitragssatz.

Foto: © Photographee.eu / Adobe Stock