Aber sicher! Beinkraft oder Motor?

Wenn jetzt wieder die Temperaturen steigen und die Sonne lockt, schwinge ich mich gern aufs Fahrrad. Obwohl ich kräftig in die Pedalen trete, schnurrt manchmal ein Biker scheinbar mühelos an mir vorbei. Und dann höre ich das leise Summen – die vermeintliche „Sportskanone“ sitzt auf einem E-Bike. Inzwischen benutzt laut Statistik fast jeder zehnte Radfahrer eines mit „Schummelantrieb“.

Ist ein E-Bike noch ein Fahrrad oder schon ein Moped? Das kommt darauf an: Es gibt die fahrradähnlichen Zweiräder, bei denen der kleine Elektromotor das Treten nur bis zur Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde unterstützt. Und dann gibt es solche mit größerer Motorleistung, die bis zu 45 Stundenkilometern fahren können und damit so schnell sind wie ein Moped.

Diese Unterscheidung ist wichtig für den Versicherungsschutz. Wer mit einem „leichten“ E-Bike, das noch als Fahrrad zählt, einen Unfall verursacht, ist in der Regel über seine private Haftpflichtversicherung vor Schadensforderungen geschützt. Wird das eigene Zweirad aus der Wohnung, Garage oder dem abgeschlossenen Keller gestohlen, zahlt die Hausratversicherung den Wiederbeschaffungswert. Steht es jedoch im gemeinschaftlichen Fahrradkeller, Hof oder Hausflur, wird eine zusätzliche Diebstahlversicherung in der Hausratpolice benötigt, und das Elektrofahrrad muss mit einem separaten Schloss gesichert werden. Diese „Fahrradklausel“ gilt dann auch für unterwegs.

Und nun zu den „starken“ E-Bikes, die nicht auf den Radweg gehören und leider auch ein höheres Unfallrisiko haben, vor allem bei Nichtgeübten. Für diese Kleinkrafträder benötigen Sie genauso wie für Moped und Mofa das jährlich wechselnde Versicherungskennzeichen, in diesem Jahr mit grüner Schrift auf weißem Grund. Es gilt zugleich als Kfz-Haftpflichtversicherung. Gegen Diebstahl schützen Sie sich mit einer Teilkaskoversicherung.

Informieren Sie sich schon vor dem ersten Ausflug, am besten gleich beim Kauf des Zweirades, was es zu beachten gilt. Oder fragen Sie Ihren Versicherungsberater. Ich strampele lieber weiterhin mit eigener Beinkraft.

Ihre Jennet Pchayeck

Kundendienst Center der ÖSA Versicherungen

Foto: Verband Öffentliche Versicherer