Auweia! Wenn Nachbarschaftshilfe schief geht

Wer gießt die Blumen und wässert den Garten, wenn ich in Urlaub fahre? Fast immer findet sich ein netter Nachbar, der für die ein, zwei Ferienwochen im Jahr solche Dienstleistungen kostenlos übernimmt. Wenn dieser dann verreist, kann man das gleiche für ihn tun. Solche Nachbarschaftshilfe ist ein wichtiger Teil unserer sozialen Beziehungen: Wohl jeder hat schon einmal den jungen kräftigen Mann von nebenan gefragt, ob er beim Möbelaufstellen nach dem Umzug oder beim Baumfällen helfen kann.

Was ist allerdings, wenn der hilfsbereite Nachbar oder gute Freund dabei versehentlich den Fernseher umwirft oder wenn er mit der abrutschenden Baumsäge den Gartenbesitzer verletzt?

Grundsätzlich gilt: Wer fremdes Eigentum oder Personen beschädigt, muss Schadenersatz leisten. Bei gelegentlicher freiwilliger Nachbarschaftshilfe oder Freundschaftsdiensten handelt es sich jedoch um Gefälligkeitshandlungen, sofern sie unentgeltlich erfolgen. Jeder sollte prüfen, ob sein Versicherer solche Gefälligkeitsschäden in der Privat-Haftpflichtpolice einschließt. Dann werden die Kosten der versehentlich verursachten Sachschäden bis zu einer bestimmten, in der Police genannten Schadenhöhe, vom Versicherer des Schadenverursachers übernommen.

Unter Gefälligkeitshandlungen fällt auch, wenn die ältere Nachbarin kurzzeitig das Kleinkind der jungen Mutter betreut, die einen wichtigen Arzttermin hat, oder wenn die erwachsene Tochter der  befreundeten Familie gelegentlich zum Babysitten kommt. Das fällt ebenso unter den Schutz der privaten Haftpflichtversicherung. Jugendliche Babysitter sind dabei meist über die Familienhaftpflichtversicherung ihrer Eltern abgesichert.

Unabhängig davon empfiehlt sich, vor einer Hilfeleistung untereinander zu klären, wer im Schadenfall haften würde. Denn sonst können das gute Nachbarschaftsverhältnis oder Freundschaften stark beschädigt werden – und womöglich sogar vor Gericht landen.

Foto: © seregraff / Fotolia