Auto-Klau und immer teurere Ersatzteile

Nach der jüngsten Polizeistatistik gehört Magdeburg zu den Hochburgen der Autodiebe in Deutschland. Mit fast 117 Diebstählen pro 100.000 Einwohner stehen wir aktuell auf Platz 11 der Negativ-Hitliste –  vor Hamburg. Die zehn Städte, in denen noch mehr Autos geklaut werden, liegen fast alle in unseren Nachbarbundesländern Brandenburg und Sachsen. Spitzenreiter ist Frankfurt/Oder.

Während das gestohlene Auto oft für immer verloren ist, lässt sich ein kleiner Sachschaden zum Beispiel infolge eines Parkplatzremplers wenigstens beheben und das Auto ist nach der Reparatur wieder wie neu. Wehtun kann es trotzdem, denn die Preise für Autoersatzteile steigen seit Jahren ungebremst. Vor allem Rückleuchten, Motorhauben und Windschutzscheiben sind innerhalb eines Jahres, zwischen August 2017 und August 2018, im Schnitt um vier Prozent teurer geworden, Scheinwerfer sogar um sieben Prozent. Das geht aus einer GDV-Auswertung der Schadenkalkulations-Datenbank von Audatex hervor, die dafür 20 verschiedene Fahrzeugtypen vom Kleinwagen bis zum Oberklasse-Modell recherchiert.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beobachtet die Preisentwicklung seit fünf Jahren. Seitdem kletterten die Kosten für Ersatzteile deutlich schneller als die Inflationsrate: Während der Verbraucherpreis-Index um 6,9 Prozent stieg, verteuerten sich Pkw-Ersatzteile im selben Zeitraum durchschnittlich um 24 Prozent. Rückleuchten sind seit 2013 um fast 50 Prozent, Kofferraumklappen um über 30 Prozent teurer geworden. Das liegt auch am gesetzlichen Designschutz. Danach müssen Werkstätten alle sichtbaren Karosserieersatzteile, also neue Kotflügel, Motorhauben, Scheinwerfer oder Windschutzscheiben ausschließlich beim Autohersteller einkaufen.

Die Folge: Die Reparaturen nach Unfällen sind deutlich teurer geworden und damit der durchschnittliche Pkw-Sachschaden für den Versicherer. Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlte im Vorjahr im Schnitt rund 2.700 Euro pro PKW-Schaden, das sind rund 300 Euro mehr als fünf Jahre zuvor. Angaben für 2018 liegen erst nach Jahresende vor.

Die Kfz-Haftpflicht leistet für Schäden, die ein Autofahrer bei einem Unfall an einem anderen Fahrzeug verursacht. Für den eigenen selbstverschuldeten Autoschaden benötigt er zusätzlich Vollkaskoschutz. Wird das Auto gestohlen, zahlen Teil- und Vollkaskoversicherung den Zeit-  oder Wiederbeschaffungswert.

Foto: GDV