Starke Begegnung

Meine bisher eindrucksvollste Begegnung mit einem Waldbewohner hatte ich vor einigen Jahren in Kanada. Auf einer Lichtung  kämpften laut brüllend zwei gewaltige Elche um ihre Vorherrschaft als „Platzhirsch“. Es war Anfang Oktober und Brunftzeit. Zuvor hatte ich immer wieder Schilder gelesen, die davor warnten, sich diesen starken Tieren – mehr als zwei Meter Schulterhöhe – zu nähern. Zwar waren die beiden Elche etwa 100 Meter von mir entfernt, aber immerhin können sie ein Lauftempo von 60 Kilometer/Stunde erreichen. Dann hätte ich sehr schnell sehr weit hoch auf einen Baum klettern müssen. ..

Ein Fahrzeug, von einem Elch „überrannt“, würde den Zusammenstoß garantiert auch nicht überstehen, ohne aus der Spur zu geraten, wobei hässliche Beulen in der Karosserie noch der geringste Schaden wären. In Deutschland leben zwar keine Elche auf freier Wildbahn, aber auch die Vertreter kleinerer Hirscharten können beim Zusammenprall mit einem Auto großen Schaden anrichten. Laut Statistik wurden den deutschen Versicherern im Jahr 2018 rund 268.000 Wildunfälle gemeldet. Das waren zwar 7.000 weniger als ein Jahr zuvor, aber die Kosten aus den verursachten Fahrzeugschäden stiegen sogar um zwei Prozent, auf insgesamt  757 Millionen Euro. Das waren im Durchschnitt mehr als 2.800 Euro pro Wildunfallschaden. Dies wiederum liegt nicht etwa daran, dass die Tiere wuchtiger geworden wären – wohl aber die Ersatzteilkosten für PKW: Scheinwerfer, Windschutzscheibe, Motorhaube haben sich innerhalb von eineinhalb Jahren um ein Zehntel verteuert.

Es sind allerdings nicht nur Hirsch und Wildschwein, die vornehmlich in der Dämmerung ins Auto laufen, sondern auch von der Weide entlaufene Kühe und Pferde tragen zur Tierschadenstatistik bei. Wer eine Kaskoversicherung für sein Auto abschließt, sollte deshalb darauf achten, dass die Absicherung bei Wildunfällen für Tiere „aller Art“ gilt.

Wissen Sie übrigens, wo außerhalb des Waldes die meisten Zusammenstöße mit Autos passieren? Auf Parkplätzen. Bei einer Umfrage sagten fast 60 Prozent der Befragten, dass sie bereits schon einmal einen Parkschaden am Fahrzeug hatten.